Olymp eine einzigartige Karriere
von Jost Grünhaupt

Am Rande des fruchtbaren Chattengaus, der durch seine frühzeitige Besiedlung bekannt ist, liegt das Dorf Maden unterhalb des weithin sichtbaren Madersteins, der gewissermaßen als Wahrzeichen dieses Dorfes gilt. Dort liegt der Hof von Karl und Markus Hohmann, der über viele Jahre hinweg mit den Schwerpunkten Rinderzucht, Ferkelerzeugung und Ackerbau bewirtschaftet wurde.


Eine der folgereichsten Entscheidungen trafen Karl Hohmann und seine Frau Käthe 1989 als abzusehen war, dass der Betrieb in der nächsten Generation im Nebenerwerb bewirtschaftet werden würde. Die beiden gestandenen Fleckviehzüchter machten auf einer Ausstellung im Vogelsberg Bekanntschaft mit Highlands und nach kurzer Überlegung stand für beide fest, diese Tiere haben es uns angetan und die Kuh Patricia mit bekannten schottischen Vorfahren im Pedigree bezog mit ihren beiden Limbo-Töchtern Palme und Petzi ihre neue Heimat auf den Weiden rund um den Wotanstein. Die kleine Familie sollte nicht nur das Grünland nutzen, sondern nach dem Motto „wenn schon denn schon“ war für den passionierten Rinderzüchter Karl Hohmann eines sicher; dass wird richtig angepackt. Also ging es auf die Suche nach einem Herdenbullen und das diese Entscheidung alles andere als leicht war, war ihm von vorn herein klar. So machten sich beide auf den Weg um sich ein Bild von Highland-Zuchtbetrieben und dem züchterischen Niveau der Spitze auf Schauen zu machen. Letztendlich ging es darum die eigene Vorstellung von einer Highlandherde zu definieren. Dann kam es so wie es oftmals schon der Fall war. Direkt vor der Haustür wurden Hohmanns fündig als sie anlässlich eines Besuchs der Herde von Frau Kimm in Wabern einen sehr vielversprechenden Jungbullen sahen, der ihnen sofort ins Auge stach. Seine Mutter war die züchterisch wertvolle und sehr fruchtbare Kuh Ulme und auf der Vaterseite stand im Pedigree die renomierte Oganach-Linie, so dass hier auch von der Genetik her etwas vielversprechendes zu erwarten war. Die Kaufentscheidung war getroffen, und der Bulle wurde unter dem Namen Olymp eingetragen. Seine hohe züchterische Qualität kam auch bei der Körung zum Ausdruck, wo er mit 8/7 und einem Index von 184 Punkten seinen erstklassige Rassetyp unter Beweis stellen konnte.


Bundessieger 1995

Der Youngster entwickelte sich sehr vielversprechend und ermutigte Familie Hohmann ihn bei großen Schauen zu präsentieren. Letztendlich wollte man ja wissen wo man mit dem Bullen steht. Bereits 1993 und 1994 gab er ein sehr vielversprechendes Bild anlässlich der Bundes-Highland-Schau ab. Jedoch erst 1995 kam sein ganz großer Auftritt. Bereits im Vorfeld hoch gehandelt und von Karl und Markus Hohmann bestens vorbereitet, trat er erneut zum Wettbewerb an und konnte in diesem Jahr alle Konkurrenten aus dem Feld schlagen. Überglücklich durfte Karl Hohmann den Siegerpokal für seinen Olymp an diesem Tage entgegennehmen. Da er von seiner Exterieurqualität her keine Einbußen zeigte und sich nach wie vor in bester Kondition präsentierte, nahm Olymp, inzwischen über sieben Jahre alt, auch bei der Bundesfleischrinderschau anlässlich der Grünen Woche in Berlin 1998 teil und konnte sich wiederum sehr vorzüglich platzieren. Wenn man ihn heute, kurz nach seinem zehnten Geburtstag, auf der Weide bei seiner Herde sieht, dann könnte er nach wie vor noch bei Schauen im Wettbewerb konkurrieren. Er hat von seiner rassetypischen Austrahlung nichts verloren und präsentiert sich nach wie vor noch sehr fest im Körperbau und strahlt eine außergewöhnliche Vitalität aus.


Alle 14 Söhne Elite-gekört

Es ist vielen Züchtern bekannt. Es gibt überragende Typbullen, die viele Schauen gewonnen haben, doch nach einigen Jahren sieht man von ihnen und ihrer Nachzucht nichts mehr wieder, denn die Vererbungsleistung steht häufig auf einem ganz anderen Blatt. Folglich ist ein Blick in Olymps Nachkommenliste von besonderem Interesse, denn in den vielen Jahren, die er in der Hohmann´schen Herde gedeckt hat, dürfte doch einiges angefallen sein. Im Schwerpunkt des Interesses steht dabei die Patricia-Linie, die von Beginn an in der Wotanstein-Herde dominiert und sich durch außergewöhnliche Fruchtbarkeit auszeichnet. Von der Stammkuh sind inzwischen acht Nachkommen von Olymp vorhanden, davon vier Söhne. Die Vollbrüder Olaf, Orpheus und Orestis gaben bei den Körterminen jeweils ein sehr vorzügliches Bild ab und sorgen heute für Nachzucht in Zuchtbetrieben in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen. Von den Vollschwestern Palme und Petzi, die beide Bundesschau prämiert sind, wurden bisher fünf Söhne zur Körung vorgestellt, die ebenfalls durchgängig den Elitestatus erhalten haben. Sie sorgen heute in bekannten Zuchtbetrieben wie Holm, Lilienthal, Wehr, Boppard, und anderen Herden für eine sehr vielversprechende Nachzucht. Zwei weitere elitegekörte Söhne stammen aus der Kuh Paem, die ebenfalls zur Patricia-Familie gehört und auch von den anderen Kühen Britta, Arabella und Lafayette wurden bisher alle vorgestellten Söhne bei der Körung mit dem Elitestatus versehen. Die herausragende Vererbungsleistung von Olymp konnte nicht eindrucksvoller dokumentiert werden, denn 14 elitegekörte Söhne suchen sicherlich ihresgleichen. Durchgängig zeigen sie den ausgeprägten Rassetyp wie ihn Olymp selber auch darstellt und verfügen über sehr korrekte Proportionen verbunden mit einwandfreien Fundamenten.


Weibliche Nachzucht international verbreitet

Nicht minder erfolgreich sind die Töchter des alten Herrn Olymp, denn viele von ihnen wurden von Karl und Markus Hohmann bei Landes- und Bundesschauen mit großem Erfolg ausgestellt. Bei diesen Gelegenheiten wurden sicherlich manche Züchter auf die Tiere aufmerksam und entschieden sich im nachhinein für den Ankauf von Olymp-Genetik aus der Wotanstein-Herde. So sind heute Olymp-Nachkommen in bekannten Zuchtbetrieben über ganz Deutschland verteilt beheimatet, zum Teil wurden sie auch für den Neuaufbau von Herden gezielt angekauft. Besonders Stolz sind Karl und Markus Hohmann darauf, dass auch Züchter aus der Schweiz auf ihre Highlands aufmerksam geworden sind und sich als Folge daraus ein Ankauf von fünf Olymp-Töchtern entwickelte, die sich heute in den Schweizer Bergen sehr heimisch fühlen. Manche Olymp-Tochter ist auch schon wieder mit ihrer Nachzucht sehr positiv in Erscheinung getreten. Dabei ist die Story von Olymp noch lange nicht zu Ende. Der nächste Jahrgang mit vielversprechenden Jungbullen und Färsen steht auf den Madener Weiden und die Kühe sind auch dieses Jahr wieder von dem Stock-Bullen Olymp tragend, so dass auch 2001 weiterhin Olymp-Kälber das Licht der Welt erblicken werden.